Ein kurzer Exkurs in die Hirnforschung

Aus der Hirnforschung weiss man: Wir können viel mehr als wir uns zutrauen. Was uns immer wieder im Weg steht sind unsere Glaubenssätze. Als Kinder haben wir alle Aussagen und Bemerkungen unserer Eltern, Geschwister und Lehrer aufgesogen wie ein Schwamm. Diese sind bis heute ein Teil unserer Persönlichkeit. Wir wurden als Kinder quasi programmiert und diese Software beeinflusst uns bis heute. Diese Software steuert, was wir uns zutrauen und was nicht. Sie steuert, was wir im Leben zulassen und was nicht. Sie steuert wie erfolgreich wir uns in dieser Welt bewegen.

Dazu ein spannendes Beispiel vom Mittelstreckenläufer Roger Bannister:

Bis 1954 galt, dass es «menschenunmöglich» war, die Meile unter 4 Minuten zu laufen. Das konnten Wissenschaftler mit entsprechenden Expertisen belegen und beweisen. Es hiess sogar, dass ein Mensch nicht dafür geschaffen ist und es sogar gefährlich sein konnte, wenn ein Mensch unter die 4 Minutenmarke laufen würde. Die Experten sagten, dass dies für Herz und Kreislauf gefährlich sei.

Der englische Mittelstreckenläufer, Roger Bannister, glaubte dies nicht. Er dachte sich: «Das kann doch nicht sein. Wenn ich schon eine Zeit von 4 min und 10 Sekunden hinkriege, wieso soll ich das nicht unter 4 Minuten schaffen?» Er trainierte ehrgeizig weiter und verbesserte seine Bestzeit von Jahr zu Jahr. Und siehe da. Im Jahre 1954 war es dann soweit und er schaffte den Durchbruch. Als erster Mensch in der Geschichte lief er die Meile tatsächlich unter 4 Minuten. Er schaffte es in exakt 3 Minuten und 56 Sekunden. Das liess die Welt aufhorchen. Das war eine bemerkenswerte Leistung. Aber noch viel bemerkenswerter war, dass innerhalb von 3 Jahren, also zwischen 1954 und 1957, weitere 150 Läufer die Meile ebenfalls unter 4 Minuten laufen konnten.

Dieses Beispiel zeigt deutlich, wie stark wir Menschen uns im Kopf und mit dem Verstand limitieren. Solche und andere Grenzen setzen wir uns in allen Lebensbereichen. Das ist menschlich und ganz normal. Es lohnt sich aber genau hinzuschauen, in welchen Bereichen wir mit angezogener Handbremse fahren.